Bestellung aus Russland
Seit zwei Wochen erhielt ich jeden zweiten Tag eine Bestellung aus Lipezk in Russland. Der junge Mann hatte meinen Online-Shop und darin die alten DDR-Indianer entdeckt. Ich nehme an, er hat den Weg dorthin über unsere DDR-Indianer-Fan-Seite “Indianer & Cowboys” gefunden.
Anscheinend konnte er sich nicht entscheiden, was er haben möchte. So bestellte er ständig neu. Ich war am Verzweifeln, weil ich ihn per Email nicht erreichen konnte. Die im Shop von ihm angelegte Email-Adresse funktionierte nicht. Was sollte ich tun? Es kamen immer neue Bestellungen rein. Wollte er jede Einzelne haben? Das wären weit über 1.000 Euro gewesen.
Dann endlich erhielt ich einen Anruf aus Russland. Eine junge Frau übersetzte für ihn und versuchte mir die Email-Adresse zu buchstabieren. Am Ende standen 10 verschiedene Varianten auf meinem Zettel. “Hatte Sie we oder be oder gar pe gesagt?” Ich raufte mir die Haare.
Dann endlich kam eine Email von ihm. Der Kontakt hatte nach 10 Tagen funktioniert. Das Abändern seiner Bestellung aber hörte nicht auf. Spielte er ein lustiges Spiel mit mir? Ich war mir da nicht ganz sicher. Plötzlich traf tatsächlich Geld aus Russland auf dem Firmenkonto ein. Ich konnte es nicht fassen. Er hatte extrem schnell wie ich fand Geld überwiesen. Eine dreistellige Summe. Allerdings nicht für 5, sondern nur für eine Bestellung. Ich macht die letzte Bestellung fertig und brachte sie heute morgen zur Post. 30 Euro Porto nach Russland. Puhhh. Kaum kam ich aus der Post raus, wieder ein Anruf (wohl der 10. in den letzten drei Tagen!) aus Russland. Er würde gern was ändern.
Nein, dafür war es nun zu spät. Die Reiter, Cowboys und der Saloon waren auf dem Weg nach Russland.
Eine etwas anstrengende Online-Bestellung, die mir aber trotzdem großen Spaß gemacht hat. Weil ich weiß, dass ich einen Sammler damit glücklich machen konnte. Ich hoffe nun, dass alles heil dort ankommt und er sich über die Figuren und den Saloon freut.

