Sympathische Touristen

geschrieben am 12. August 2006, von Matias
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Hier mal eine kleine, angenehme Episode aus dem Alltag im Laden:

Vor drei Tagen kam ein sympathisches Päarchen zu mir in den Laden und erklärte mir auf gebrochenem Englisch, dass sie im Schaufenster eine Handpuppe gesehen hätten. Ein Junge, mit lustigen Haaren. Mir war gleich klar, welche Puppe sie meinten. Denn ich hatte sie den Tag zuvor verkauft. Ich musste ihnen also leider erklären, dass diese Puppe nicht mehr da wäre und es drei Wochen dauern würde, bis ich sie wieder im Sortiment hätte.

Sie schauten traurig und meinten, dass sie am Samstag bereits nachhause fahren müssten, nach Italien. Sie gingen mit leicht hängendem Kopf. Es musste auch genau diese Jungs-Puppe sein. Seine Schwester-Puppe hatte ich nämlich noch auf meiner Puppenschaukel zu sitzen.

Am nächsten Tag standen sie wieder schmunzelnd in meinem Laden und erklärten mir, dass sie die Puppe unbedingt haben wollten und fragten, ob ich sie auch nach Italien nachschicken würde. “Na klar. No problem.” antwortete ich. Kunden, die sich etwas ganz offensichtlich so sehr wünschen, helfe ich verdammt gern. Sie meinten, sie würden nächsten Tag wiederkommen und die Puppe plus den Versand per VISA-Card bezahlen.

Und tatsächlich. Heute morgen waren sie wieder da und strahlten mich an. Ich telefonierte mit dem Hersteller der “Living Puppets” und musste leider feststellen, dass genau diese Puppe eine Messe-Sonderedition war, die ich auf der Spielwarenmesse in Nürnberg geordert hatte. Sie war ausverkauft. Aber kaum hatte ich aufgelegt und wollte gerade anfangen ihnen das Problem auf englisch darzulegen, als sie meinten: “We take the girl. She is speaking to us: ‘Why you dont want me? I must stay here alone and you go to italy. I want go to italy too!’”

Und so sitzt nun die glückliche Mädchen-Puppe am Samstag im Flieger nach Italien. Sowas finde ich einfach wunderbar. Und da macht mir das Geschäft auch richtig Spaß. Solche Kunden liebe ich, weil man merkt, dass sie etwas kaufen, weil sie es lieben und wirklich haben wollen und dann auch den Wert zu schätzen wissen.

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Lernbücher und anderes für Vorschule und 1. Klasse

geschrieben am 11. August 2006, von Matias
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Vorgestern ist neue Ware für die Vorschule und die 1. Klasse eingetroffen. Schließlich finden jetzt die Einschulungen statt. Es gibt nun im “Zwergen-Saloon” diverse Lernhilfe-Bücher in Sachen Rechnen, Lesen und Verstehen. Dazu lustige Bleistifte, ein paar Tafeln, Kreide und Buchstabenwürfel. Damit können die Schultüten gut befüllt werden.

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Marzipanfüsschen.de

geschrieben am 10. August 2006, von Matias
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Ich muss heute endlich mal auf Marzipanfüsschen.de, das Weblog meiner Freundin hinweisen.

Sie schreibt dort schon seit zwei oder drei Monaten sehr fleißig und mit viel Enthusiasmus über alles mögliche, was werdende und junge Mütter wissen sollten und gebrauchen könnten.

Themen wie “Hilfreiches bei Fieber“, “Essen mit Lust und ohne Stress“, “Bauchtücher für den Schwangerbauch” oder “Macht Fernsehen aggressiv?” um hier nur einige Artikel zu nennen, dürften viele Mamas und auch Papas echt beglücken. Denn viel findet man zu diesen so enorm wichtigen Themen nicht im Netz.

Ich hoffe, dass sich Marzipanfüsschen.de weiter entwickelt und viele Mamas und Papas in der Zukunft darauf aufmerksam werden und es fleißig nutzen. Es steckt auf jeden Fall viel Liebe einer wunderbaren Mama dahinter, die unseren nun fast dreijährigen Sohn ganz prächtig erzieht. 

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“Hach – was für ein schöner Sommertag.” sagte Pssst, der Waldeisbär und streckte seine Glieder aus. Mit halb geschlossenen Augen blinzelte er in den Himmel und träumte von einem lecker gedeckten Mittagstisch.
“Was machen die da?” fragte der kleine Rabe Klaus in die Stille hinein.
“Wer?” Pssst verspürte nicht die geringste Lust sich aufzurichten. Rabe Klaus würde ihm schon erzählen, was es zu sehen gab.
“Na die beiden Jungs da.”
“Ich sehe keine Jungs.”
“Kannst du ja auch nicht. Du liegst ja auf dem Rücken und hast die Augen zu, Pssst.”
“Stimmt. Fast. Ein bisschen offen sind die Augen noch. Ich kann zum Beispiel die eine kleine Wolke dort oben ganz genau sehen. Siehst du sie auch?”
“Ja, ich sehe sie auch. Aber ich sehe auch die beiden Jungs dort unten auf der Straße. Was tun die nur?”
“Menschenkinder gehen uns nix an, sagt mein Papa immer.” Und dabei hätte es Pssst gern bewenden lassen. Aber er kannte seinen besten Freund, den kleinen Raben Klaus, nur zu gut. Er würde keine Ruhe geben. Er war viel zu neugierig.
Die beiden lagen am Waldesrand, auf einem kleinen Hügel, von dem man wunderbar hinab ins Tal schauen konnte. Im Tal wand sich eine Straße in vielen Kurven durch die Felder bis hin zu der fernen Stadt dort hinter den Hügeln. Es war keine große Stadt. Aber immerhin: eine Stadt.
“Ich will jetzt wissen, was die beiden Jungs dort tun. Das sieht so komisch aus. Die kommen gar nicht vorwärts.” sagte der Rabe Klaus und flatterte davon. Er wusste, Pssst war kaum zum Aufstehen zu bewegen, wenn nicht etwas total Sensationelles passieren sollte. Zum Beispiel wenn sein Onkel ein neues Bienennest entdeckte. Dann gab es viel leckeren Honig für Pssst und die anderen Tier-Kinder im Wald.
Vorsichtig näherte sich der kleine Rabe der Straße. Er kreiste weit oben, damit die Kinder ihn nicht so leicht bemerken konnten. Seine Eltern hatten ihm eingeschärft, dass er sich nicht zu nah an die Menschen heranwagen sollte. Sie könnten ganz gemein werden zu kleinen Raben.
Aber von dort oben war immer noch nicht zu erkennen, was die beiden Jungs taten. Sie versuchten irgendwie vorwärts zu kommen. Das gelang aber ganz offensichtlich nicht so richtig. Es ging nur Millimeter für Millimeter voran. Und ständig diskuttierten sie miteinander.
Ob sie vielleicht ein Problem hatten? Vielleicht brauchen sie Hilfe?
Schnell flatterte der kleine Rabe Klaus zurück zum Waldrand, wo Pssst immer noch gemütlich im Schatten lag und vor sich hin döste.
“Hey, Pssst. Ich glaub, die brauchen Hilfe. Die sehen so komisch aus!”
“Wie meinst du das? Komisch!? Blutet einer? Ist jemand verletzt?” Pssst überlegte gerade, ob er sich vielleicht doch aufrichten sollte, da antwortete Klaus ganz aufgeregt: “Nein nein. Blut hab ich keines gesehen. Aber jetzt wo du es sagst. Vielleicht sollte ich etwas dichter heran und genauer schauen.”
Und schwupps war Klaus schon wieder weg. Nun deutlich zielstrebiger flatterte er wieder Richtung Straße. Diesmal war sein Sicherheitsabstand erheblich geringer. Er wagte es sogar sich auf einen kleinen Apfelbaum, der am Straßenrand stand, zu setzen. Von dort aus konnte er die Szene viel besser beobachten.
Nein, zu bluten schien niemand. Aber der kleinere von den beiden Jungs – weinte der nicht? Nur ein ganz kleines bisschen? Klaus war sich sicher: da waren ein, zwei Tränen im Augenwinkel des Jungen.
Das musste er schnell Pssst erzählen. Und – flatter flatter – war er schon wieder bei Pssst.
“Du! Der weint!”
“Wer weint?”
“Na der eine Junge.”
“Und was macht der andere?” wollte Pssst wissen.
“Der steht daneben und erzählt irgendwas. Aber ich konnte nicht verstehen was. Ich war noch zu weit weg.”
“Na dann solltest du noch ein klein wenig dichter heran. Dann erfährst du endlich worum es geht. Aber denk daran was deine Mutter dir immer sagt. Nie zu dicht…”
Aber Klaus war schon wieder auf und davon. Nun wagte er es sogar sich an den Straßenrand zu setzen, ziemlich nah an die beiden Jungs.
Beide hatten ein Fahrrad dabei. Das war ihm vorher gar nicht aufgefallen.
Der größere der beiden schob sein Fahrrad und der kleinere saß auf seinem Sattel. Aber das sah ganz schön wackelig aus.
Jetzt konnte Klaus auch verstehen, was sie miteinander sprachen.
Der Größere redete auf den Kleineren ein, dass er sich mehr anstrengen müsse. Und immer daran denken, was der Vater gesagt hatte. Und sich konzentrieren. Auf das Lenkrad und die Straße. Und das Reichtgewicht halten oder so ähnlich. Das hatte Klaus nicht so richtig mitbekommen, was der große Junge damit meinte.
Es war deutlich, der ältere war ungeduldig und hatte keine Lust mehr. Und der Kleine war am Ende mit seinen Nerven.
Der Kleinere der beiden versuchte nun den anderen zu überreden eine Pause zu machen und etwas zu trinken. Die Idee fand der andere aber doof. Er setzte sich auf sein Fahrrad und brauste einfach so davon.
Das gefiel Klaus überhaupt nicht. Man ließ seinen Freund oder Bruder doch nicht einfach so allein auf der Straße stehen.
Der Kleine schaute kurz verdutzt hinterher, zuckte mit den Achseln und legte sein Fahrrad am Straßenrand in die Wiese.
Er holte eine Wasserflasche und ein Brötchen hervor und machte es sich gemütlich.
Da bemerkte er den kleinen Raben Klaus. Klaus wurde ganz verlegen, als der Junge ihn neugierig musterte. Und als er ihm auch noch etwas zurief und ihm ein Stück von seinem Brötchen zuwarf, wurde es Klaus zu unheimlich und er verschwand ganz schnell zu Pssst.
“Da biste ja wieder. Und? Was ist passiert?”
“Der Große ist abgehauen und der Kleine macht ne Pause am Straßenrand.”
“Und? Worum gings?”
“Keine Ahnung. Der Größere meckerte die ganze Zeit und der Kleine war ganz traurig auf seinem Fahrrad. Dann haute der Große einfach ab und ließ den Kleinen zurück.”
“Klarer Fall. Die üben Fahrrad fahren.”
Der kleine Rabe Klaus war verdutzt wie schnell Pssst das Rätsel gelöst hatte. So schnell wäre er da nicht drauf gekommen.
“Aber der Kleine kann doch noch gar nicht fahren.” sagte Klaus.
“Na darum muss er ja üben. Damit er es lernt, Klaus.”
Pssst hatte sich endlich aufgerichtet. “Schau mal da runter. Ist das nicht der Kleine, der da in Schlangenlinien Richtung Stadt fährt?”
“Stimmt!” rief Klaus. “Er fährt, er fährt.” Schnell flatterte er dem Jungen hinterher und beobachtete von oben, wie er zwar noch unsicher, aber doch immer zielstrebiger und schneller in die Pedalen trat und sich der Stadt näherte. Er lernte es. Ganz allein. Ohne dass sein Bruder ihn ständig belehrte.
Glücklich flog Klaus zurück zum Waldesrand.
“Du hast Recht Pssst. Er hats gelernt! Ganz allein!” schrie der kleine Rabe Klaus in die sommerliche Ruhe hinein.
Zufrieden blinzelte nun auch Klaus in die Sonne.
So endet für heute diese Geschichte vom Raben Klaus und seinem Freund, dem Waldeisbären Pssst.        

Geschichte Nummer 02/2006_08

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Artikel auf Qype

geschrieben am 8. August 2006, von Matias
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Ich habe gerade in unseren Statistiken gesehen, dass es auf Qype sogar schon einen Artikel zum Zwergen-Saloon gibt.

Ein Fan von uns hat sich die Mühe gemacht dort über den Zwergen-Saloon zu berichten. Das finde ich Weltklasse! :)

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Zahlreiche Fädelspiele

geschrieben am 7. August 2006, von Matias
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Fädelspiele

Etliche Kundinnen hatten mich immer wieder nach Fädelspielen gefragt, weil es die nirgends gibt. Also habe ich in den letzten Wochen bei drei verschiedenen Herstellern Fädelspiele geordert, so dass meine Kundinnen nun stolz auf mich sein können.

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Neues für kleine Piraten

geschrieben am 5. August 2006, von Matias
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Neue Ware ist eingetroffen. Darunter einiges Neues für die großen und kleinen Piraten dieser Welt.

Neue Piraten-Flagge

Vor allem nach einem Dreieckstuch mit Totenköpfen drauf hatte ich schon länger gesucht. Nun endlich hab ich eine Firma entdeckt und schon sind diese Tücher auch im Laden. Mit 3,50 Euro sind sie auch noch verdammt günstig.

Neues für die Piraten

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Ein kurzer Vorab-Hinweis, was die Geschichten vom Raben Klaus anbelangt.
Ich erzähle meinem fast dreijährigen Sohn Rouven jeden Abend eine Geschichte vom Raben Klaus. Das gehört zu unserem Abend-Ritual und macht mir mittlerweile richtig Spaß.
Darin geht es immer um kleine, meist alltägliche Abenteuer, die der kleine Rabe und sein bester Freund, der Waldeisbär Pssst, erleben. Beide leben in einem Wald, sind noch jung und neugierig.
Diese Geschichten bereiten meinem Sohn große Freude und wir, die ganze Familie, haben Klaus, Pssst und ihre vielen Freunde (die hier und dort in den Geschichten auftauchen) schon richtig lieb gewonnen.
Nach und nach werde ich einige dieser Geschichten nun auch hier im Blog posten. Vielleicht möchte der ein oder andere sie seinem Kind vor dem Einschlafen vorlesen. Ich freue mich über jedes Kind, jeden Papa, jede Mama, jede Oma, jeden Opa oder jede Tante, die auch Freude an den Geschichten vom Raben Klaus hat.
Und nun genug der langen Vorrede. Hier kommt die allererste Geschichte:

“Hey. Pssst! Kommste mit baden?” rief der kleine Rabe Klaus in die Bärenhöhle hinein.
“Biste irre?! Warum brüllst du so? Ich bin doch nicht taub.” brummte der junge Waldeisbär, der von seinen Eltern den seltsamen Namen Pssst erhalten hatte, in Richtung des kleinen Raben, seines allerbesten Freundes.
“Komm. Lass uns zum Fluss gehen. Ich will tauchen!” rief Klaus, nun nicht mehr ganz so laut.
“Naaaa gut.” Pssst packte seine Badehose ein, sagte seiner Mama Bescheid, dass er mit Klaus schwimmen geht und trat aus der dunklen Bärenhöhle heraus.
Der Weg durch den Wald, in dem die beiden Freunde lebten, war ihnen vertraut. Sie trotteten vorbei an der riesigen alten Eiche, passierten den dunklen Pfad, der so tief in den Wald hineinführte, dass die Eltern der beiden sie regelmäßig warnten dort nicht lang zu gehen. Dann kam die große Lichtung, auf der so viele herrliche Blumen blühten und die voll war mit Bienen und Schmetterlingen in den unterschiedlichsten Farben. Und dann waren sie auch schon am Fluss. Nur noch über den Hügel, der Fluss und Wiese voneinander trennte und schon lag das Ufer des kleinen Flusses vor ihnen.
Im Sommer gingen Klaus und Pssst fast jeden Tag hierher. Sie setzen sich ans Ufer, ließen die Füße ins Wasser baumeln, blinzelten in die Sonne, die durch die hohen Bäume hindurchschimmerte. Sie aßen von den Broten, die ihnen ihre Eltern mitgegeben hatten. Sie tranken klares Wasser und träumten von den Abenteuern, die sie erleben würden wenn sie erstmal groß und erwachsen sind.
“Autsch” schrie Pssst auf einmal laut auf.
“Was ist passiert?” Der Rabe Klaus schaute seinen Freund erschrocken an. Sie saßen ganz gemütlich auf einem Stein und plötzlich hielt sich Pssst seinen dicken Zeh. Irrte sich Klaus oder kullerte Pssst gerade eine Träne aus dem linken Auge.
“Sag mal – weinst du?”
“Blödsinn.” knurrte Pssst. “Ich weine doch nicht. Aber das tut höllisch weh.”
“Was denn? Ich hab dir doch gar nichts getan!” Klaus schaute den Waldeisbären ratlos an.
“Mir hat was in den Zeh gebissen, Klaus.”
“Quatsch. Wer soll dich denn hier beißen? Ein Schmetterling vielleicht?”
“Nee. Ich hatte den Fuß doch im Wasser. Irgendwas im Wasser. DA. Schau. Dort grinst mich doch ein blöder Fisch an.”
Und tatsächlich. Ein Fischgesicht war dicht unter der Wasseroberfläche zu sehen und grinste mit breitem Maul.
“Na warte, dich krieg ich.” rief Pssst und stürzte sich in den Fluss.
Schwupp war der Fisch verschwunden und sauste davon. Pssst versuchte hinterher zu tauchen. Aber der Schnellste war er nicht.
Auch Rabe Klaus stürzte sich in die Fluten und versuchte den Fisch einzuholen.
Keine Chance. Der Fisch spielte Katz und Maus mit ihnen. Schauten sie hinter einen Stein, hinter dem sie dachten, dass er säße, flitzte er in ihrem Rücken vorbei. Tauchten sie in die eine Richtung, schoss er über ihnen vorbei. Tauchten sie in die andere Richtung, war der Fisch plötzlich hinter ihnen. Es war zum Verzweifeln.
So ging es eine ganze Weile. Dann hatte der Fisch anscheinend keine Lust mehr.
“Wartet Jungs. Wartet! Ich mag nicht mehr.”
“Was heißt hier ‘Ich mag nicht mehr’. Hier entscheide ICH wer mag und wer nicht.” Pssst war wütend.
“Ja ja – ich weiß. Du und der kleine komische pechschwarze Vogel da – ihr seid die Chefs hier im Wasser. Ich bin auch total beeindruckt, wie toll ihr hier rumtaucht.” Und schon wieder grinste er die beiden breit an.
“Aber – ich muss euch was sagen.   I c h   w a r s   n i c h t !”
“Wie? Du warst es nicht? Du willst uns veräppeln, stimmts?” Mit misstrauischem Blick musterte Klaus den Fisch, der noch kleiner war als er selbst.
“Nee. Nur ein bisschen.” Der Fisch bekam fast einen Lachanfall. Aber Fische können ja nicht lachen. Sie würden sich sonst an dem vielen Wasser im Fluss verschlucken.
“Es war der Krebs dort hinten.” Er zeigte in die Richtung, in der Klaus und Pssst vorhin gesessen hatten.
Tatsächlich war dort ein ziemlich großer Krebs mit zwei ziemlich großen Zangen zu sehen.
“Der war das? Bist du dir ganz sicher?” wollte Pssst wissen. Sein Zeh tat ihm immer noch furchtbar weh.
“Yepp. Bin ich. Toootal sicher. Fische beißen doch keine anderen Tiere oder gar Menschen in den Zeh oder woanders hin! Habt ihr sowas schon mal gehört? Kein Fisch hier im Fluss oder da ganz hinten im Meer ist bissig. Mann o man o man. Dann machts mal gut Jungs. War lustig mit euch Fange zu spielen. Tschüüüüss.” Und schwuppst war er endgültig verschwunden.
“Hm. Und was machen wir jetzt?” fragte der kleine Rabe Klaus.
“Also weh tut mein Zeh mir immer noch.” stöhnte Pssst.
“Ich schwimm mal hin zu dem Krebs und frag ihn, was das sollte.”
Der Rabe Klaus tauchte in sicherem Abstand hinterher. Mit einem Krebs wollte er sich nun wirklich nicht einlassen.
“Hey. Krebs. Hast du mir vorhin in den Zeh gebissen?” mutig stellte Pssst den ziemlich großen Krebs zu Rede.
“Zeh? Häh? So ein haariges Ding? Widerlicher Geschmack? War das dein Zeh? Is ja widerlich. Du siehst genauso furchtbar aus wie dein Zeh schmeckt, du. Was bist du eigentlich?”
“Ich bin ein Waldeisbär. Und mein Zeh ist nicht widerlich. Und. Und. Und wenn du mir noch mal in den Zeh beißt dann… dann… dann. Dann kommt der Rabe Klaus und steckt dir einen Stein in dein Ohrloch.” plusterte sich Pssst auf. Der kleine Rabe Klaus dachte sich seinen Teil und sagte lieber nix weiter.
“In was für ein Ohrloch? Ich hab kein Ohrloch, Dummkopf. Und jetzt lass mich in Ruhe. Ich hab da auch nicht absichtlich reingebissen. Und wenn dir das hilft, dann entschuldige ich mich sogar. Also: Entschuldigung. So und jetzt lass mich in Ruhe, du Waldeisenbär.” Der Krebs drehte sich um und widmete sich wieder dem Bau seiner Unterwasserhöhle.
“Ich bin kein Waldeisenbär. Ich bin ein Waldeisbär! Meine Uroma war eine Eisbärin und mein Uropa ein Braunbär. Sie verliebten sich, heirateten und meine Uroma zog zu meinem Uropa hier in den Wald. Und ich möchte nicht, dass du dich darüber lustig machst.”
Aber der Krebs hörte schon gar nicht mehr zu.
“Lass mal Pssst. Wir gehen nachhause. Unsere Eltern warten bestimmt schon.”
Und so stiegen die beiden Freunde aus dem Wasser und machten sich auf den Heimweg um nicht zu spät zum Abendbrot zu kommen.
So endet die Geschichte vom Raben Klaus, dem Waldeisbären Pssst und der Begegnung mit dem Krebs.

 

Geschichte Nummer 01/2006_08

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