Als sich der kleine Rabe Klaus und der Waldeisbär Pssst am frühen Morgen trafen, war klar wo sie ihr Weg hinführen würde: zum Kobold Kuno.
Sie hatten die Erfahrung gemacht, dass auf dem Po einen Hang hinunterrodeln zwar lustig ist. Mit der Zeit wird das aber auch ziemlich nass und eiskalt am Hinterteil. Darum brauchten sie dringend einen Schlitten.
Und wer konnte ihnen da besser helfen wie der geniale Kobold Kuno.
Als sich die beiden dem Baum näherten, in dessen weit verzweigten, oberirdischen Wurzeln der Kobold Kuno meistens zu finden war, hörten sie schon seine markante Stimme: “Rammmba sa schommba dumfram.”
Er war also da. Das war gut für die beiden Rodler.
“Hey Kuno. Wir brauchen deine Hilfe.” rief Pssst.
“Rodobobaba. Was gibts? Wer stört?”
“Wo bist du denn?”
“Na hier, ihr Blindfische. Hier, unter der Wurzel… Faffa da balsa schumbbam.”
“Ah. Okay. Jetzt sehe ich dich. Du, wir brauchen unbedingt ganz schnell einen Schlitten. Bekommst du das hin?”
“Einen Schlitten? Nichts leichter als das! Ich bin ein wahrer Meister im Schlitten bauen. Ich habe schon etliche Preise gewonnen mit meinen Schlitten. Vor vielen Jahren.”
“Ja. Schon gut. Ich glaub dir das! Wirklich. Kannst du uns einen bauen? Wir würden so gern Rodeln. Und ohne Schlitten wird der Popo so nass und kalt.”
“Klar. Mach ich. Gebt mir ne Stunde Zeit.”
“Dürfen wir zugucken?”
“Na klar! Aber lasst mich in Ruhe arbeiten, ja? Dacka zam scham bamsa.”
Während Kuno anfing Holzstämme zu bearbeiten, formten Klaus und Pssst viele Schneebälle und übten Zielwerfen auf den in der Nähe stehenden Baum.
Nach gar nicht langer Zeit hörten sie den Kobold Kuno zufrieden grunzen: “Raffa staff maffa. Ich glaub – samma hum schobbba – ich bin fertig. Schaut euch das Prachtstück mal an.”
“Ui. DER sieht aber toll aus.” jubilierte der kleine Rabe Klaus. Und auch Pssst schaute sehr zufrieden drein.
Der Waldeisbär klemmte sich den neuen Schlitten unter den Arm und schon stapften sie los in Richtung Hang. Pssst vorneweg, dahinter der kleine Rabe Klaus und dahinter der Kobold Kuno, der unbedingt sehen wollte, wie der von ihm gebaute Schlitten funktioniert.
Am Hang angekommen setzte sich Pssst auf den Schlitten.
“Ups. Der ist ganz schön klein, Kuno.”
Und tatsächlich verschwand der Schlitten komplett unter dem breiten Po des Waldeisbären.
“Hmmm. Ich glaub du hast Recht. Schaffa mamba sam romba. Du bist zu dick für den Schlitten.”
“Ich bin doch nicht dick!” empörte sich Pssst lautstark.
“Nein, Pssst. Du bist nicht zu dick. Du bist genau richtig!” ließ sich Klaus vernehmen.
“Ich glaube, der Schlitten ist genau richtig für MICH. Aber für dich brauchen wir eindeutig einen größeren Schlitten.”
Traurig schaute Pssst zu Kuno.
“Mamm sum schabba. Jaja – ich bau dir einen neuen Schlitten, Pssst. Morgen ist er fertig. Versprochen. Flammma mumba zicki zacki. Aber jetzt fahr du erstmal mit dem Schlitten Klaus. Ich will sehen, wie gut er funktioniert.”
Und schon machte es sich Klaus auf dem Schlitten bequem. Und – schwups – brauste er wie ein fliegender Hase den Hang hinunter.
“Yipppppiiiiieeeee. Macht daaaaaaaaaaas Spaaaaaaaaaß!”
Pssst brauste wie am Vortag auf seinem Popo hinterher. Unter polterten beide lachend übereinander.
Schnell flitzelten beide den Hang wieder hinauf.
“Und? Wie ist mein Schlitten? Schnaffa dam buffa?” Kuno war gespannt auf die Reaktion von Klaus.
“Großartig! Einfach großartig, Kuno! Du bist der beste Schlittenbauer der Welt!!! Danke, Kuno.” Und Klaus nahm den kleinen Kobold fest in den Arm und drückte ihn ganz fest.
Stolz stand Kuno im Schnee und zum ersten Mal sahen sie den kleinen, kräftigen Kobold lächeln.
“Muffi tum luffi. Dann geh ich mal einen größeren Schlitten für Pssst bauen. Ihr könnt ihn morgen Vormittag abholen. Tomma sammba. Kuffa schum rummba.” Und Kuno stapfte los zurück zu seinem Baum und seiner Werkstatt, fröhlich vor sich hinpfeifend.
Pssst und Klaus brausten ein ums andere Mal den Hang hinunter. Der neue Schlitten lieferte erstklassige Dienste. Klaus war meist schneller als Pssst, dessen Popo mit der Zeit wieder nass und kalt wurde.
Nach drei Stunden war der Popo von Pssst so weiß, dass er nachhause musste, um ihn am warmen Ofen wieder aufzuwärmen. Klaus zog stolz seinen neuen Schlitten hinter sich her und freute sich schon ihn seiner Mama zu zeigen.
Und morgen würden sie ganz früh zu Kuno gehen und den neuen Schlitten für Pssst abholen.

Geschichte Nummer 12/2006_12

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