Zwergen-Saloon

24. Dezember 2006

Die Kindergeschichten vom Raben Klaus:
“Was flitzt da Rotes durch den Wald?”

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 10:33
Es war ein bitterkalter Tag. Und die Eltern von Pssst und Klaus hatten die beiden nach dem Mittagsschlaf rausgeschickt in den Schnee. Sie sollten doch ein bisschen im Wald spielen und erst gegen Abend wiederkommen. Und dabei wurden die beiden Freunde streng angeschaut, so dass klar war, dass sie nicht vorher nachhause kommen durften. Was war denn hier los, fragten sich die beiden. Ihre Eltern benahmen sich so eigenartig.
Also trotteten der kleine Rabe Klaus und sein bester Freund, der Waldeisbär Pssst missmutig durch den weißen Winterwald und plauderten über dies und das.
Plötzlich huschte hinter den Bäumen etwas blitzschnell vorbei.
“Was war das? Hast du das gesehen, Pssst?”
“Ja, hab ich. Das war rot. Ganz rot.”
“Ja – und davor waren riesige Tiere mit großen Hörnern.”
“Ich würd sagen, das waren Elche. Und ich glaube, die zogen eine Kutsche…”
“Aber was war das Rote?”
Beide standen mit gerunzelter Stirn mitten im Wald.
“Hallo ihr beiden.” Igel Ingo und Igel Ines liefen ihnen über den Weg.
“Hallo Ines. Hallo Ingo.” sagten die beiden Freunde gleichzeitig.
“Habt ihr den roten Schlitten gerade vorbeiflitzen sehen?” wollte Pssst von Ines und Ingo wissen.
“Ein roter Schlitten? Waren da Elche vorgespannt?”
“Ja, da waren Elche. Siehste Klaus. Sag ich doch: Elche.”
“Oijojio. Da habt ihr wohl tatsächlich den Weihnachtsmann-Schlitten gesehen. Das passiert nur ganz selten, dass ihn jemand im Wald sieht. Darauf könnt ihr sehr stolz sein!”
“Der Weihnachtsmann? Den gibt es wirklich?”
“Na klar gibt es den Weihnachtsmann! Der bringt doch die Geschenke für die Kinder. Und das Christkind hilft ihm dabei.”
“Wirklich? Und wann kommt er? Nicht das wir ihn verpassen?”
“Naja. Also. Was sagen denn eure Eltern?” wollte Ines wissen.
“Nichts sagen sie. Die haben uns Spielen geschickt.” Mit beleidigter Miene schaute Klaus auf die beiden Igel.
“Wohl damit sie sich allein mit dem Weihnachtsmann unterhalten können. Wir sollen erst wiederkommen, wenn es dunkel wird.” presste der kleine Rabe hervor.
“Na aber es ist doch schon fast dunkel ihr beiden. Schnell nachhause mit euch. Der Weihnachtsmann war bestimmt schon da!”
Und freudig strahlend machten sich Igel Ines und Igel Ingo wieder auf den Weg.
Klaus und Pssst schauten sich an. Die Igel hatten recht. Es wurde dunkel! Schnell machten sie sich auf den Heimweg.
Zuhause angekommen, öffneten sie vorsichtig die Tür, schauten durch einen kleinen Spalt hinein in die warme Stube und sahen…. ohhhhhh …
Wie hell es in der Wohnung strahlte! Und welche Wärme ihnen entgegenschlug. Und wie lecker es roch.
Schnell schlüpften die beiden Freunde hinein.
Der Weihnachtsbaum strahlte von vielen wunderbaren Kerzen. Und unter dem Weihnachtsbaum lagen lauter bunte Pakete. Und in einer Ecke saß ein großer Mann mit einem langen weißen Bart und einem langen roten Mantel und schaute mit lustig blitzenden Augen zu ihnen hinüber.
“Kommt nur herein, ihr beiden.” sagten die Mamas von Pssst und Klaus. “Der Weihnachtsmann ist da. Und er hat Geschenke für euch mitgebracht.”
Verlegen standen Klaus und Pssst im Raum.
“Wir haben dich gesehen. Mit deinem Schlitten. Und den Elchen davor.” sagte ganz mutig der kleine Rabe Klaus.
“Soso. Ihr habt mich gesehen! Da habt ihr aber gute Augen, ihr beiden.” dröhnte der Weihnachtsmann mit tiefer Stimme.
“Habt ihr auch ein Gedicht gelernt für mich?”
Ui – das Gedicht. Daran hatten Klaus und Pssst gar nicht mehr gedacht.
Aber klar hatten sie ein Gedicht gelernt.
Beide stellten sich auf und schon klang es schüchtern aus den beiden:

Der Weihnachtsmann geht um das Haus.
Er will mich heut besuchen.
Er kommt von weit her,
sein Sack ist ganz schwer,
ganz schwer von Pfefferkuchen.

Ja von weit da kommt er her,
denn es weihnachtet so sehr.
Das Christkind hilft ihm heut dabei,
auf das es überall weihnachtlich sei.
Wir sind nun schon ganz aufgeregt,
hat er ein Geschenk für uns unter den Baum gelegt?

Der Weihnachtsmann strahlte über das ganze Gesicht. Das hatte ihm gut gefallen!
Und Klaus und Pssst schauten stolz und mit roten Wangen zu ihm auf.
Jetzt war Weihnachten.

Geschichte Nummer 13/2006_12

Post to Twitter Tweet This Post

23. Dezember 2006

Die Kindergeschichten vom Raben Klaus:
“Kuno ist ein wahrer Meister”

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 08:18
Als sich der kleine Rabe Klaus und der Waldeisbär Pssst am frühen Morgen trafen, war klar wo sie ihr Weg hinführen würde: zum Kobold Kuno.
Sie hatten die Erfahrung gemacht, dass auf dem Po einen Hang hinunterrodeln zwar lustig ist. Mit der Zeit wird das aber auch ziemlich nass und eiskalt am Hinterteil. Darum brauchten sie dringend einen Schlitten.
Und wer konnte ihnen da besser helfen wie der geniale Kobold Kuno.
Als sich die beiden dem Baum näherten, in dessen weit verzweigten, oberirdischen Wurzeln der Kobold Kuno meistens zu finden war, hörten sie schon seine markante Stimme: “Rammmba sa schommba dumfram.”
Er war also da. Das war gut für die beiden Rodler.
“Hey Kuno. Wir brauchen deine Hilfe.” rief Pssst.
“Rodobobaba. Was gibts? Wer stört?”
“Wo bist du denn?”
“Na hier, ihr Blindfische. Hier, unter der Wurzel… Faffa da balsa schumbbam.”
“Ah. Okay. Jetzt sehe ich dich. Du, wir brauchen unbedingt ganz schnell einen Schlitten. Bekommst du das hin?”
“Einen Schlitten? Nichts leichter als das! Ich bin ein wahrer Meister im Schlitten bauen. Ich habe schon etliche Preise gewonnen mit meinen Schlitten. Vor vielen Jahren.”
“Ja. Schon gut. Ich glaub dir das! Wirklich. Kannst du uns einen bauen? Wir würden so gern Rodeln. Und ohne Schlitten wird der Popo so nass und kalt.”
“Klar. Mach ich. Gebt mir ne Stunde Zeit.”
“Dürfen wir zugucken?”
“Na klar! Aber lasst mich in Ruhe arbeiten, ja? Dacka zam scham bamsa.”
Während Kuno anfing Holzstämme zu bearbeiten, formten Klaus und Pssst viele Schneebälle und übten Zielwerfen auf den in der Nähe stehenden Baum.
Nach gar nicht langer Zeit hörten sie den Kobold Kuno zufrieden grunzen: “Raffa staff maffa. Ich glaub – samma hum schobbba – ich bin fertig. Schaut euch das Prachtstück mal an.”
“Ui. DER sieht aber toll aus.” jubilierte der kleine Rabe Klaus. Und auch Pssst schaute sehr zufrieden drein.
Der Waldeisbär klemmte sich den neuen Schlitten unter den Arm und schon stapften sie los in Richtung Hang. Pssst vorneweg, dahinter der kleine Rabe Klaus und dahinter der Kobold Kuno, der unbedingt sehen wollte, wie der von ihm gebaute Schlitten funktioniert.
Am Hang angekommen setzte sich Pssst auf den Schlitten.
“Ups. Der ist ganz schön klein, Kuno.”
Und tatsächlich verschwand der Schlitten komplett unter dem breiten Po des Waldeisbären.
“Hmmm. Ich glaub du hast Recht. Schaffa mamba sam romba. Du bist zu dick für den Schlitten.”
“Ich bin doch nicht dick!” empörte sich Pssst lautstark.
“Nein, Pssst. Du bist nicht zu dick. Du bist genau richtig!” ließ sich Klaus vernehmen.
“Ich glaube, der Schlitten ist genau richtig für MICH. Aber für dich brauchen wir eindeutig einen größeren Schlitten.”
Traurig schaute Pssst zu Kuno.
“Mamm sum schabba. Jaja – ich bau dir einen neuen Schlitten, Pssst. Morgen ist er fertig. Versprochen. Flammma mumba zicki zacki. Aber jetzt fahr du erstmal mit dem Schlitten Klaus. Ich will sehen, wie gut er funktioniert.”
Und schon machte es sich Klaus auf dem Schlitten bequem. Und – schwups – brauste er wie ein fliegender Hase den Hang hinunter.
“Yipppppiiiiieeeee. Macht daaaaaaaaaaas Spaaaaaaaaaß!”
Pssst brauste wie am Vortag auf seinem Popo hinterher. Unter polterten beide lachend übereinander.
Schnell flitzelten beide den Hang wieder hinauf.
“Und? Wie ist mein Schlitten? Schnaffa dam buffa?” Kuno war gespannt auf die Reaktion von Klaus.
“Großartig! Einfach großartig, Kuno! Du bist der beste Schlittenbauer der Welt!!! Danke, Kuno.” Und Klaus nahm den kleinen Kobold fest in den Arm und drückte ihn ganz fest.
Stolz stand Kuno im Schnee und zum ersten Mal sahen sie den kleinen, kräftigen Kobold lächeln.
“Muffi tum luffi. Dann geh ich mal einen größeren Schlitten für Pssst bauen. Ihr könnt ihn morgen Vormittag abholen. Tomma sammba. Kuffa schum rummba.” Und Kuno stapfte los zurück zu seinem Baum und seiner Werkstatt, fröhlich vor sich hinpfeifend.
Pssst und Klaus brausten ein ums andere Mal den Hang hinunter. Der neue Schlitten lieferte erstklassige Dienste. Klaus war meist schneller als Pssst, dessen Popo mit der Zeit wieder nass und kalt wurde.
Nach drei Stunden war der Popo von Pssst so weiß, dass er nachhause musste, um ihn am warmen Ofen wieder aufzuwärmen. Klaus zog stolz seinen neuen Schlitten hinter sich her und freute sich schon ihn seiner Mama zu zeigen.
Und morgen würden sie ganz früh zu Kuno gehen und den neuen Schlitten für Pssst abholen.

Geschichte Nummer 12/2006_12

Post to Twitter Tweet This Post

22. Dezember 2006

Die Kindergeschichten vom Raben Klaus:
“Der Popo wird nass”

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 09:02
Heute gehen wir Rodeln, verkündete stolz Pssst, der Waldeisbär, als Klaus ihn am Vormittag abholen kam.
Es war Winter und der Wald war ganz in ein wunderschönes Weiß gehüllt. Kalt war es auch, aber nicht zu kalt um im Schnee Spaß zu haben.
“Rodeln? Wie geht das?” wollte der Rabe Klaus wissen.
“Ich zeig es dir. Komm einfach mit.”
Und beide stapften los in Richtung Waldrand, wo es einen großen Hang gab.
Wenig später kamen sie dort an.
“So. Da sind wir. Das hier ist der beste Rodelhang auf der Welt.” verkündete Pssst mit großen, freudig strahlenden Augen.
“Soso.” meinte Klaus. Mehr fiel ihm dazu nicht ein. Er hatte nämlich keine Ahnung, was Rodeln bedeutet.
“Und nun?” wollte er vom Waldeisbären wissen.
“Na wir Rodeln. Mit einem Schlitten. … Ähm. Schlitten. Das ist ja Mist…”
“Was ist Mist?”
“Wir haben keinen Schlitten” merkte Pssst nachdenklich an.
“Brauchen wir denn einen?”
“Naja – eigentlich schon. Aber wir könnten es auch ohne probieren. Du hast Recht! Wir rodeln einfach auf unseren Popos den Berg hinunter.”
“Auf meinem Popo?!??! Iiiiiiiiiiii.” Klaus schaute ängstlich zu Pssst auf. Meinte der Waldeisbär das etwa ernst?
“Keine Angst. Ich pass auf dich auf. Am besten, du setzt dich auf meinen Schoß. Dann wird dein Popo nicht nass.”
Gesagt, getan. Klaus machte es sich bei Pssst gemütlich, nachdem der sich in den Schnee gesetzt hatte.
‘Was das jetzt wohl wird’ fragte sich Klaus, ohne es laut auszusprechen. Noch konnte er die Begeisterung von Pssst nicht ganz nachvollziehen.
Kaum saß Klaus bequem im Schoß von Pssst, schob dieser sich ab und los ging die Fahrt. Mit gewaltigem Tempo sausten die beiden den Hang hinab. Pssst schrie vor Freude. Klaus konnte die Augen kaum aufhalten vom Fahrtwind.
“Yipppiiiiiieeee! … Hui. Au. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa.” Pssst war noch bis weit ins Tal zu hören.
Als sie unten ankamen ließ Pssst Klaus los und beide purzelten in den Schnee.
“Und? Hat das Spaß gemacht?” wollte Pssst schnaufend wissen.
“Naja. Doch. War echt lustig.”
“Lustig? Das ist das Beste was es gibt auf der Welt! Rodeln ist so suuuuuuuuuuuper. Fast genauso toll wie Skifahren. Aber Skifahren kann ich noch nicht. … Los, lass uns wieder hoch und das ganze nochmal machen.”
Und schon stapfte Pssst los. Klaus hinterher. Doch schon bald wurde es ihm zu steil und zu anstrengend und er flog lieber den Rest des Weges. So war er sogar vor Pssst oben.
Schnell machte er es sich wieder im warmen Fell von Pssst gemütlich und die nächste Fahrt begann.
So ging es viele Male. Und von Fahrt zu Fahrt machte es Klaus mehr Spaß.
Nach dem zehnten Mal meinte Pssst: “Ich glaube, das reicht für heute. Mein Popo ist total nass.”
“Och nööö. Nochmal!!!” rief Klaus.
“Aber nur noch einmal. Dann muss ich nach Hause, an den warmen Ofen. Meinen Popo aufwärmen. Sonst werde ich noch krank. Darauf habe ich gar keine Lust.”
Und so fuhren sie noch ein einziges Mal. Dann stapften sie durch den verschneiten Wald zurück zu ihrem Zuhause.
“Und morgen besorgen wir uns einen Schlitten. Das macht dann noch viel mehr Spaß, Klaus. Glaub mir.”
“Und wo bekommen wir den her?”
“Hmmm. Keine Ahnung. Was meinst du? Wer kann uns einen bauen?”
“Vielleicht der Kobold Kuno? Der schnitzt doch ständig und bastelt mit Holz.”
“Das ist eine gute Idee. Gleich morgen früh gehen wir zu Kuno und fragen ihn, ob er uns einen Schlitten bauen kann.”

Geschichte Nummer 11/2006_12

Post to Twitter Tweet This Post

20. Dezember 2006

Die Kindergeschichten vom Raben Klaus:
“Der Wald ist weiß”

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 16:52
Als der kleine Rabe Klaus am Morgen aufwachte, war ihm kalt. Es war so kalt, dass er seinen Atem sehen konnte.
“Mama? Was isn das?”
“Na dein Atem, Klaus.”
“Und warum kann ich den auf einmal sehen?”
“Weil es kalt ist.”
“Und warum ist es so kalt?”
“Weil – ach, schau doch einfach raus. Dann weißt du warum.”
Klaus rappelte sich aus seinem warmen Bettchen und stapfte zur Tür, öffnete sie und “uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii. ohhhhhhh ahhhhhhhhh.” – er knallte die Tür schnell wieder zu.
“Da draußen ists so so so … W E I ß !!!! Was soll das?”
“Was soll was?”
“Na das viele Weiß! Warum ist der Wald auf einmal weiß? Gestern war er noch nicht weiß. Und ganz furchtbar kalt ist es außerdem auch.”
“Es ist Winter mein Sohn. Und es hat geschneit! Und jetzt steh hier nicht rum wie ein Pelikan, sondern zieh dir warme Socken an, bind dir einen Schal um und setzt die Mütze auf. Und dann ab raus an die frische Luft zu Pssst. Der wird schon wissen, was man im Schnee tut.”
“Na guuut.”
Widerwillig zog sich Klaus was über und stapfte missmutig zu Pssst.
‘Was für eine blöde Idee’ dachte der kleine Rabe. Bei so einer Kälte bleibt man doch lieber zuhause am warmen Feuer und trinkt viel heißen Tee.
Als er endlich bei Pssst ankam, wartete dieser schon auf ihn: “Hey, da bist du ja endlich. Dann kanns ja losgehen.”
Pssst grinste übers ganze Gesicht und hatte extrem gute Laune.
“Was ist denn mit dir los?” wollte Klaus wissen.
“Was soll los sein? Das sieht man doch. Es hat geschneit. Ist das nicht toll?!”
Klaus verstand den Waldeisbären nicht. Was sollte an dieser Kälte denn toll sein.
“Komm. Steh da nicht so gelangweilt rum. Lass uns losgehen. Oder noch besser…” und bumm, hatte Klaus einen Schneeball im Gesicht.
“Ey, was soll das?!”
“Schneeballschlacht!!! Yipppiiiieee.” Und schon flog der nächste Schneeball in Richtung Klaus.
‘Der spinnt wohl, der Waldeisbär’ dachte sich Klaus, duckte sich vor dem heranfliegenden Schneeball und begann nun seinerseits Schneebälle zu formen.
Nach wenigen Minuten waren beide komplett mit Schnee bedeckt und tollten in diesem wunderbaren Weiß. Sie schnauften und schnieften, bewarfen sich mit Schnee und schubsten sich gegenseitig in das tiefe Weiß. Es machte einen riesigen Spaß.
Damit hatte Klaus nun ganz und gar nicht gerechnet. Und er beschloss: Winter macht Spaß!

Geschichte Nummer 10/2006_12

Post to Twitter Tweet This Post

2. Oktober 2006

Die Kindergeschichten vom Raben Klaus:
Rammba damm sam schooma

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 16:07
“Ramma da brasa fak schabamma bamma bamma.” tönte es lautstark durch Wald.
“MAAAA sa maka falla schabama damma.”
Der kleine Rabe Klaus und der Waldeisbär Pssst schauten sich verdutzt an.
“Was war das?” wollte Klaus von Pssst wissen, der fast immer eine Antwort parat hatte. Er war ja auch ein paar Wochen älter und deutlich größer als der Rabe.
“Ich bin mir nicht so sicher, Klaus.” antwortete der skeptisch dreinblickende Pssst. “Lass uns einfach mal nachschauen”, schlug er daher vor.
“Woher kam das Geräusch?” wollte Klaus wissen.
“Ramma bamm samma schamma dammdamm. … Pock.”
“Dort! In der riesigen Wurzel von dem Baum da. Da kommt es raus!” rief aufgeregt der kleine Rabe Klaus.
Beide näherten sich vorsichtig der Wurzel. Ein wenig Angst hatte der Rabe Klaus schon. Was würde sie dort erwarten. Die Stimme jedenfalls klangt tief und bedrohlich. Das war bestimmt ein großes, gefährliches Tier.
“Faahng schhaba do possa! Doooma poof stabba. Ramma Ramma Ramma. Sambala do koofa.”
Ganz vorsichtigt lugten Klaus und Pssst über den Rand der Wurzel. Sie waren gespannt wie Flitzebogen, was sie gleich zu sehen bekommen würden.
Und! Sie schauten! Sie schauten ein bisschen mehr. Rissen die Augen immer weiter auf. Und? Nichts. Sie sahen gar nichts. Da war nix. Oder doch?
“Ramba da bamba. Schlommo dam ram. … Was wollt ihr hier?”
“Häh? Hat da einer was zu uns gesagt?” Klaus schaute erschrocken zu Pssst.
“Klar. Mit wem soll ich denn sonst reden? Seht ihr hier noch jemanden anderen? Ich jedenfalls nicht.”
“Wer bist du? Und!!! … Wo bist du?”
“Mensch mensch mensch. Hier bin ich!!! Ihr guckt mir doch genau in die Augen.”
“Ui – bist duuuu aber klein.” sagte schmunzelnd Pssst, der Waldeisbär.
“Du siehst ihn?” wollte Klaus wissen.
“Ja. Da! Am Rand der Wurzel. Ist fast so braun wie die Wurzel selbst. Und hat ne große, hässliche Nase.”
“Schahma dahma sambo rambam! Meine Nase IST NICHT HÄSSLICH! Außerdem hab ich wunderschöne Haare.”
“Stimmt. Aber die sind grün!” meine Pssst. “Grün wie… wie… wie Algen im Wasser.”
“Ah. Jetzt sehe ich ihn auch. Ich dachte, das ist Moos. Was ist das? Bzw.: er. Oder: es.”
“Ich bin ein Waldtroll du Trottelrabe. Und mein Name ist Kuno! Und ich muss jetzt weiter arbeiten, ihr Taugenichtse.”
“Oh. Gut. Dann wollen wir nicht weiter stören. Ich bin übrigens der Rabe Klaus. Und das hier ist mein Freund, der Waldeisbär Pssst.”
“Ja ja. Nett euch angeschaut zu haben dürfen. Schahma schaahma schaaahma.”
“Tschüß, Kuno. War nett dich kennengelernt zu haben. Vielleicht trifft man sich ja wieder.” Der kleine Rabe Klaus schaute mit großen, hoffnungsvollen Augen zum Waldtroll. Er wollte unbedingt mehr erfahren über Trolle. Seine Mama hatte ihm immer erklärt, es gäbe keine Trolle und Elfen. Das wäre dummes Wildschweingeschwätz, hatte sie gesagt. Und jetzt stand ein leibhaftiger Troll vor ihm. Aber er hätte schon gedacht, dass Trolle deutlich größer sind.
“Lässt sich wohl kaum verhindern, dass ihr mir wieder über den Weg lauft. Soooo groß ist der Wald ja nun leider nicht. Schaaama dam bohna. Ram. Bamm. Sahhhhm.”
“Das sollte wohl Tschüß heißen, denke ich”, meinte Pssst und wandte sich zum Gehen. “Ich glaub, er will seine Ruhe haben.”
Klaus schloss sich seinem Freund an. Und so trotteten sie, aufgeregt über den Troll plaudernd nachhause. Noch eine ganze Weile tönte das “Rammba damm sam schooma faano ramm bam…” und andere ähnliche Trollredewendungen ihnen hinterher.
Was für eine aufregende Begegnung.

Post to Twitter Tweet This Post

7. September 2006

Der kleine Rabe Klaus – woher kommen die Geschichten?

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 10:46

In meinem Zwergen-Saloon-Blog schreibe ich seit Juli 2006 unter anderem immer wieder Geschichten vom Raben Klaus und seinem Freund, dem Waldeisbären Pssst.
Woher kommen nun diese Geschichten und wie sind sie entstanden?

Alle Geschichten sind von mir selbst geschrieben. Sie entstammen einfach meiner Fantasie und sollte es mal Ähnlichkeiten mit Figuren aus anderen Geschichten geben, ist das nicht beabsichtigt.
Angefangen hat alles damit, dass sich mein Sohn, der im August 2003 geboren wurde, nicht so gern die Zähne abends putzen ließ. Irgendwann fing ich an ihm Geschichten zu erzählen, damit meine Freundin ihm in aller Ruhe die Zähne putzen kann. Es funktionierte. So lange ich eine Geschichte erzählte, war er bereit sich die Zähne putzen zu lassen. Und das Abend für Abend, seit nunmehr über einem Jahr.
Schnell begann ich Charaktere aufzubauen, die in den Geschichten immer wieder auftauchten. Warum es nun gerade ein Rabe wurde – ich habe keine Ahnung.
Und der Waldeisbär stammt aus Sonneberg. Dort kaufte ich meinem Sohn zu Ostern 2006 bei dem kleinen Familienbetrieb Martin einen Teddybären. Dieser hat ein weiß-grünes Fell. Er ist also kein Eisbär, aber auch in keinster Weise ein typischer Teddybär. Und da die Firma Martin nur Teddys in limitierter Auflage herstellt, hatte der Teddy auch von Hause aus schon einen Namen: Pssst. Mein Sohn bekam einen Lachanfall, als er diesen Namen hörte. Also blieb es bei diesem ungewöhnlichen Namen. Und es entstand auch für die Geschichten der Waldeisbär Pssst.

Diese beiden “Haupthelden”, der kleine Rabe Klaus und der Waldeisbär Pssst, leben mit ihren Eltern und Freunden in einem großen Wald, in dem es nur selten Menschen, dafür aber einen wunderschönen Fluss gibt. Darin lebt ihre beste Freundin, die Forelle Klara.
Außerdem gibt es unter anderem den wunderschönen Schwan Hermine, in den Klaus ein wenig verliebt ist. Dann gibt es die Brieftaube Harry, die immer total erschöpft ist, wenn sie über den Wald fliegt. Dann gibt es noch Ingo, den Igel, von Beruf Zahnarzt. Und seine Schwester, die Ärztin Ingeborg. Und die Eule Egon, die alles weiß. Es gibt den Troll Kuno, der sehr klein ist. Dazu seine winzig winzig kleine Tochter Kunigunde. Nicht zu vergessen die Schnecke Schnucki.
Und noch viele andere Tiere mehr.

Die Geschichten vom Raben Klaus werden Woche für Woche im Zwergen-Saloon-Blog erscheinen. Und ich hoffe, dass sie nicht nur meinem Sohn so gut gefallen, sondern vielleicht auch das ein oder andere Kind damit seinen Spaß hat.
Über Feedback würde ich mich natürlich riesig freuen! Einfach Email an kontakt (at) zwergen-saloon.de

Post to Twitter Tweet This Post

31. August 2006

Die Kindergeschichten vom Raben Klaus:
Pssst will fliegen lernen

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 10:29
“Hey, Klaus. Sag mal, warum kannst du eigentlich fliegen?”
“Ähm. Ich. Also. Fliegen. Ja. … Ich hab keine Ahnung. Es geht einfach. Also ich musste schon ein wenig üben zu Anfang. Mit meinem Papa hab ich geübt. Aber das ging ganz schnell und ganz einfach. Einfach so. Ist mir wohl angeboren. Warum fragst du?”
Der kleine Rabe Klaus schaute seinen viel größeren und dickeren Freund, den Waldeisbären Pssst, mit großen, fragenden Augen an.
“Also ich dachte, wo wir doch so dicke Kumpel sind, vielleicht kannst du mir das auch beibringen!”
“Was soll ich dir beibringen? Das mit dem Fliegen? Biste irre?”
Der kleine Rabe Klaus konnte es kaum glauben, was Pssst ihm da vorschlug.
“Wie willst DU denn fliegen? Du bist doch ein Waldeisbär und kein Vogel!”
“Aber vielleicht kann ich das auch? Vielleicht können Waldeisbären auch fliegen! Es hat nur noch kein Bär ausprobiert. Oder hast du schon mal von einem Bären gehört, der es versucht hätte?”
“Nee, hab ich noch nicht gehört” antwortete der verdutzte Rabe. Und er stellte sich vor, wie es aussieht, wenn am Himmel ein dicker Bär vorbeifliegt. Dabei bekam er einen Lachanfall.
“Also meinetwegen. Warum eigentlich nicht. Aber auf deine Verantwortung, Pssst.”
“Ja klar. Kann ja nix passieren. Ich bin doch kräftig gebaut. Also! Was muss ich machen?”
“Na mit deinen Flügeln auf und abschlagen.” Der Rabe Klaus schaute Pssst an, als wäre es die normalste Sache der Welt.
“Ach so. Mist. Du hast ja gar keine Flügel.” sagte der kleine Rabe kurz darauf.
Beide standen grübelnd da und überlegten, was zu tun war.
“Pass auf. Ich nehm einfach zwei große Blätter von einer Palme und benutze die als Flügel. Was hälst du davon, Klaus?”
“Von einer Palme? Soso. Siehst du hier irgendwo in unserem Wald eine Palme? Ich sehe nur Tannenbäume, Birken, Eichen und alle möglichen anderen Sträucher und Kräuter. Aber keine einzige Palme.” Der kleine Rabe Klaus schüttelte nur den Kopf über so viel Unwissenheit seines großen Freundes.
“Stimmt. Da hast du Recht. Da hab ich gar nicht dran gedacht, dass es hier gar keine Palmen gibt.” Und wieder grübelten die beiden vor sich hin, was Pssst als Flügel benutzen könnte.
“Weißt du was? Ich nehm einfach zwei große Äste von dem Baum da hinten. Der hat ganz viele Blätter. Damit wird es auch gehen.” sagte Pssst.
“Meinetwegen,” entgegnete der wenig überzeugte Klaus, “versuchen wir es.”
Pssst brach mit lautem Knacken zwei ziemlich große Äste ab und probierte, ob sie in etwa der Länge seiner Arme entsprachen.
Dann suchten sie einen passenden Baum, von dem aus er zu seinem ersten Flug starten konnte.
“Wollen wir nicht erstmal auf dem Boden üben?” wandte der immer noch skeptische Rabe Klaus ein.
“Nö. Auf dem Boden ist doch langweilig.” entschied Pssst, der heute ganz offensichtlich seinen verwegenen Tag erwischt hatte. So mutig ist er selten, dachte Klaus leise.
Schnell fanden sie einen Baum, der in etwa drei Meter Höhe einen kräftigen Ast hatte, auf den sich Pssst auch stellen konnte.
“Hilfste mir mal hoch!?” forderte der Waldeisbär seinen kleinen, gefiederten Freund auf.
“Biste irre? Wie soll ICH dir denn auf den Baum helfen?” Klaus schüttelte nur noch den Kopf.
“Ich dachte ja nur. Dann muss ich es eben allein probieren.” Und so quälte sich Pssst mit dem hohen Baum ab und versuchte hinauf zu klettern. Nach endlosen Mühen und vielen Anläufen gelang es ihm endlich tatsächlich auf den Ast zu gelangen. Und da stand er nun und schwankte leicht vor und zurück. Er sah nun nicht mehr ganz so optimistisch aus – und auch ziemlich albern mit den beiden Ästen an seinen Armen.
“So. Was muss ich jetzt machen, Klaus? Los sag schon. Du hast es doch auch gelernt.”
“Ja. Aber ich bin auch ein Vogel.” brabbelte Klaus leise vor sich hin. Er traute sich nicht seinem Freund zu sagen, dass es seiner Meinung nach unmöglich war, dass Bären fliegen könnten.
“Du musst mit den Flügeln schlagen – bzw. mit den komischen Ästen die du da um deine Arme gebunden hast – und dich dann abstoßen. Und dann fliegst du. Also ich meine: dann fliegt ein Vogel. Einfach so.”
Klaus ahnte, was passieren würde.
Pssst wedelte wie wild mit den selbst gebauten Flügeln. Er ging tief in die Hocke und stieß sich plötzlich wild nach oben ab und hopste vom Ast.
U N D … fiel wie ein Felsbrocken hinab. Er sauste mit einer Affengeschwindigkeit Richtung Erde und – BOINGGGGG – landete mit den Füßen zuerst in der Erde. Nicht einfach AUF der Erde. Nein! IN der Erde. Er steckte bis zu den Oberschenkeln im Waldboden. Und kam nicht mehr heraus.
“Mist. Hilf mir, Klaus.” jammerte Pssst verlegen.
“Wie soll ich denn helfen?”
“Weiß ich auch nicht. Zieh einfach an mir, damit ich hier aus der Erde komme.” Und wie wild begann der kleine Rabe an seinem großen Freund zu ziehen und zu zerren.
“Au. Das tut weh. Pass doch auf!” brüllte der Waldeisbär.
“Entschuldigung. Aber du hast doch gesagt, ich soll an dir ziehen!”
Beide merkten, dass es so nichts wurde.
“Du musst meinen Papa holen, glaub ich.” forderte Pssst den Raben Klaus auf.
“Und was soll ich ihm sagen? Das du im Erdboben feststeckst, weil du fliegen wolltest?”
“Naja. Musst ihm ja nicht gleich erzählen, dass ich versucht habe zu fliegen. Das erzähl ich ihm dann später beim Abendbrot.”
Und schwups war Klaus weg um den Eisbärenpapa zu holen. Kurze Zeit später war dieser am Unfallort. Er staunte, sagte aber nichts weiter und zog seinen Sohn aus der Erde.
“Alles klar mein Junge?”
“Yepp. Mir gehts prima. Danke, Papa!”
“Gern geschehen. Wollt ihr mir vielleicht erzählen, wie das passiert ist?”
Klaus und Pssst schauten sich verlegen an und beschlossen dann, dass es wohl das Beste wäre, dem Papa alles zu erzählen.
Am Ende der Geschichte, als er erfuhr wie Pssst plötzlich in der Erde steckte, hatte der Bärenpapa Tränen in den Augen vor Lachen. Er konnte sich den Bauch kaum halten, so sehr lachte er. Und Pssst und Klaus konnten nicht anders und mussten einfach hemmungslos mitlachen.
So endet die Geschichte von dem Versuch des Waldeisbären Pssst das Fliegen zu lernen. Er beschloss, es nie wieder zu versuchen. Bären können einfach nicht fliegen. Sie sind viel zu schwer und ihnen fehlen die Flügel.

Post to Twitter Tweet This Post

22. August 2006

Die Kindergeschichten vom Raben Klaus:
Die neue Freundin

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 13:08
Der kleine Rabe Klaus und sein Freund der Waldeisbär mit dem seltsamen Namen Pssst hatten es sich am Ufer des Flusses gemütlich gemacht. Der Fluss durchquerte den Wald in dem die beiden Freunde lebten. Es war kein kleiner Bach, sondern schon ein richtiger Fluss. Aber nicht so tief und groß, dass es für die Kinder der Waldtiere zu gefährlich wäre. Der Fluss war genau richtig um darin zu baden, zu tauchen und andere lustige Spiele im Wasser zu machen.
Sie überlegten, ob sie erst eine Weile in der Sonne dösen oder gleich ins Wasser springen sollten. Und während sie so dasaßen huschte im Wasser ein großer Fisch blitzschnell vorbei.
“Hast du den gesehen, Pssst? Der war ja riesig.”
“Ja, hab ich. Ganz schön gewaltig.”
Und schwups – schon wieder huschte dieser extrem große Fisch direkt an ihnen vorbei. Wie immer ließ Pssst seine Zehen im Wasser baumeln. Hatte ihn der Fisch nicht gerade gestriffen mit seiner großen Schwanzflosse?
Da! Jetzt. Das war eindeutig. Der Fisch hatte seinen Fuß angestupst.
“Du, Klaus. Der spielt mit meinem Fuß.”
“Ach Quatsch. Glaub ich nicht.” Der kleine Rabe Klaus schaute ungläubig.
“Doch! Wirklich. Wenn ich es dir doch sage. … Da! Wieder. Jetzt reichts. Mein Fuß ist doch kein Fußball für freche Fische.”
Und schon war Pssst im Wasser verschwunden.
“Hey! Du da. Komm mal her.” Vorsichtig näherte sich der Fisch dem Waldeisbären. Hatte der Fisch Angst? Oder war er schüchtern?
“Was soll das? Warum spielst du mit meinem Fuß?”
“Hallo. Ich bin Klara. Und wer bist du?”
Ui. Der Fisch hatte einen Namen. Wie unhöflich von Pssst sich nicht erst ordentlich vorzustellen.
“Also ich bin Pssst, der Waldeisbär. Und das da hinten ist mein Freund, der Rabe Klaus.”
“Hallo Pssst. Hallo Klaus. Ich bin Klara, die Forelle. Ich wollte nur ein bisschen mit euch spielen. Mir ists manchmal hier so langweilig im Fluss.”
“Du willst mit uns spielen? Was willst du denn mit uns spielen?” wollte der Rabe Klaus wissen.
“Na wir könnten doch ‘Freunde sein’ spielen.” mit gesenktem Blick wartete die Forelle gespannt auf die Antwort.
“Freunde sein? Aber das spielt man doch nicht! Das ist man einfach so. Wenn man jemanden mag und gern mit ihm spielt. Und wenn man sich gegenseitig hilft und füreinander da ist. Dann ist man Freunde.”
“Ach so. Tut mir Leid. Ich hatte keine Ahnung von ‘Freunde sein’.”
Verstohlen schaute die Forelle Klara weiter zu Pssst und Klaus. Sie wartete, was nun passieren würde.
Klaus und Pssst schauten sich an und überlegten, was sie tun sollten.
“Du Pssst. Ich glaub, die Forelle da will mit uns spielen. Wollen wir versuchen Freunde zu sein. Ich finde die ganz nett, glaub ich.” flüsterte Klaus in Richtung des Waldeisbären.
“Jo. Also. Nett find ich sie auch. Und wo sie so freundlich gefragt hat, können wir doch einfach mal ein bisschen miteinander spielen und schauen ob wir Freunde werden.”
Gesagt, getan. Sie spielten zu dritt im Wasser. An Land konnte die Forelle ja leider nicht herumtollen. Fische leben nur im Wasser. An Land bekommen sie keine Luft.
Sie tauchten miteinander um die Wette. Sie sammelten die schönsten Steine. Die Forelle Klara zeigte ihren beiden neuen Freunden geheime Höhlen im Fluss und verriet ihnen, wo man sich am besten verstecken konnte. In die meisten Verstecke passte Pssst zwar nicht rein, weil er so groß war. Aber für Klaus waren diese Informationen prima. Und Pssst schaute sich jede Ecke neugierig an.
So spielten sie den ganzen Tag miteinander und hatten viel Spaß. Und als es Abend wurde, mussten sich Klaus und Pssst von Klara verabschieden.
“Ich glaube, wir sind jetzt Freunde. Du bist prima Klara. Wir kommen morgen wieder. Versprochen!”
Stolz schaute die Forelle Klara zu ihren beiden neuen Freunden hoch. “Danke! Das ist furchtbar lieb von euch. Ich freu mich schon, wieder mit euch spielen zu können. Machts gut und kommt gut nachhause.”
Und zufrieden lächelnd schlenderten der Rabe Klaus und der Waldeisbär Pssst nachhause.
So endet für heute diese Geschichte vom Raben Klaus und dem Waldeisbären Pssst.  

Geschichte Nr. 05/2006_08

Post to Twitter Tweet This Post

17. August 2006

Die Kindergeschichten vom Raben Klaus:
“Das weiße Ungetüm”

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 12:09
“Was ist das?” fragte der Rabe Klaus seinen Freund, den Waldeisbären Pssst.
“Ich seh nix. Was meinst du?”
“Da hinten, auf der kleinen Lichtung. Da! Hinter den drei Tannen.” Klaus zeigte mit seinem rechten Flügel nach vorn, direkt auf eine Gruppe von noch jungen Tannenbäumen.
“Da ist doch was, Pssst. Etwas, was da nicht hingehört. Das leuchtet so komisch weiß. Und es ist doch kein Winter.”
“Hmmm. Ich kann nichts sehen. Lass uns rüber gehen.” Und Pssst stapfte entschlossen los.
“Warte, Pssst. Sollten wir nicht lieber unsere Papas holen? Vielleicht ist das etwas Gefährliches und …”
Pssst war schon auf und davon. “… meine Mama hat gesagt, ich soll nichts anfassen, was ich nicht kenne.” murmelte der kleine Rabe noch ohne das Pssst ihn hören konnte.
Klaus folgte vorsichtig seinem Freund. Zügigen Schrittes näherte dieser sich den Tannenbäumen.
Pssst musste sich tief bücken, um zwischen den Tannen hindurch zu kommen. Dann standen Pssst und Klaus, der sich auch bis dahin gewagt hatte, auf einer ganz kleinen Lichtung zwischen den vielen jungen Tannen und staunten nicht schlecht, was da vor ihnen stand.
“Was ist das?” wollte Klaus erneut von Pssst wissen.
“Mhhh. Ich glaub, ich weiß was das ist. Lass mich überlegen.”
Klaus flatterte aufgeregt um das große Ding herum, dass da im Wald stand.
“Ob ich mich mal oben drauf setzen kann?” Und ohne Pssst’ Antwort abzuwarten ließ er sich auf dem großen Kasten nieder und grinste auf Pssst hinab.
“Komm da runter, Klaus. Das Ding gehört dir nicht.”
“Ja ja. Ich weiß. Aber was ist das nun?”
“Es ist weiß.” grübelte Pssst vor sich hin. Weiß wie die Berge in der Heimat meiner Vorfahren. “Es fühlt sich kühl an.”
“Stimmt. Ist mir auch schon aufgefallen.” plapperte Klaus ganz aufgeregt.
“Schau mal. Hier ist sowas wie ein Hebel oder so.” Pssst griff vorsichtig dahin.
“Soll ich mal dran ziehen?”
“Warte! Warte bis ich runter bin.” Klaus schaute ängstlich auf Pssst.
“Und was ist, wenn irgendwas Gefährliches herausspringt? Ein Waldkobold oder so.”
“Kobolde gibts nicht. Hab ich gehört.” Pssst schüttelte den Kopf und zog an dem Griff. Das Ding öffnete sich mit einem Schmatzen und kalte Luft strömte auf Pssst ein.
“Huhhhh, ist das kalt.” Schnell knallte der Waldeisbär die Tür wieder zu. “Aber verdammt angenehm.”
“Lass mich auch mal probieren” krächzste aufgeregt der kleine Rabe. Und wie wild begann er an dem Griff zu ziehen. Aber nichts passierte. Er zerrte und zog, flatterte dabei ganz wild vor dem großen Teil herum. Aber es war nichts zu machen. Die Tür ging keinen Millimeter auf.
“Soll ich noch mal?” fragte Pssst seinen kleinen, fliegenden Freund.
“Na meinetwegen.” Klaus machte Platz für ihn.
Pssst zog die Tür erneut auf und wieder strömte kühle Luft heraus.
“Was ist das?” fragte der kleine Rabe Klaus nun schon zum dritten Mal.
“Ich überlege schon die ganze Zeit. Ich hab davon schonmal gehört. Auf jeden Fall gehört das nicht hier hin.”
“K L A U U U S!!! P S S S T! Wo seid ihr?!!!”
“Ui. Mein Papa sucht uns.” stellte Pssst fest.
“Hey Jungs. Was treibt ihr hier?” Der große, muskulöse Waldeisbär zwängte sich schnaufend durch die dichten Tannen.
“Schau mal Papa, was hier steht.”
“Ach herrje. Ein Kühlschrank. Was macht der denn hier?”
“Richtig. Kühlschrank. Es lag mir auf der Zunge.” murmelte Pssst ärgerlich vor sich hin.
“Wofür ist der gut? Und warum kommt da so kühle Luft raus?” wollte der kleine Rabe Klaus wissen.
“Darin kühlen die Menschen ihre Lebensmittel. Damit sie länger haltbar sind. Eine ziemlich clevere Erfindung.” Der Papa von Pssst inspizierte den Kühlschrank von allen Seiten. “Darum kommt da auch kühle Luft raus. Die hat sich da drin wohl noch gehalten. Der steht hier noch nicht lange. Und vor allem hat der hier nun wirklich nichts zu suchen.”
Der alte Waldeisbär schaute immer ärgerlicher drein.
“Unser Wald ist doch kein Müllplatz. Es ist nicht zu fassen, wie dumm manche Menschen sind! Und außerdem: hab ich euch nicht schon tausend Mal gesagt, dass ihr nichts anfassen sollt, was ihr im Wald findet und was hier nicht hingehört?!” Nun wurde er auch noch böse auf Pssst und Klaus.
Die beiden wurden immer kleiner, zogen die Schulter ein und wollten sich am liebsten verdrücken.
“Ihr müsst mir helfen. Drückt mal die Tannen da hinten auseinander. Ich trag den Kühlschrank zurück zu den Menschen.”
Froh, etwas Sinnvolles tun zu können, schnappten sich Klaus und Pssst die zwei kleinsten Tannen und drückten sie nach rechts und links, so dass gerade genug Platz war, das der große Waldeisbär mit dem Kühlschrank da durch passte.
Er schnaufte und stöhnte, als er den Kühlschrank anhob und vor sich hertrug.
“Was machst du damit, Papa” wollte Pssst wissen.
“Ich nehm ihn jetzt auf den Rücken” erklärte der Waldeisbär, “und trage ihn dann zur Müllkippe. Das wird leider ein hartes Stück Arbeit. Aber hier kann er nicht stehen bleiben. Das ist gar nicht gut für unseren Wald! Und ihr sagt am besten unserer Mama Bescheid, dass ich erst spät nach dem Abendbrot komme. Sie soll sich keine Sorgen machen und mir was zu essen zur Seite legen.
“Gut, dass ihr den Kühlschrank so schnell entdeckt habt, Jungs.” Stolz schauten die beiden zu dem Waldeisbären hinauf.
Dann machten sie sich auf den Heimweg um Zuhause Bescheid zu geben.
Der große starke Waldeisbär stapfte mit dem Kühlschrank auf dem Rücken los Richtung Stadt und fluchte leise vor sich hin.    

Geschichte Nummer 04/2006_08

Post to Twitter Tweet This Post

13. August 2006

Die Kindergeschichten vom Raben Klaus:
“Draufgetreten”

Abgelegt unter: Rabe Klaus — Matias @ 11:43
Gemütlich schlenderten Pssst, der Waldeisbär, und sein bester Freund, der Rabe Klaus, durch den Wald. Ohne bestimmtes Ziel. Sie wollten einfach nur mal so schauen, was heute im Wald los war.
“Hey, hau ab hier, du dickes großes Ding.”
Pssst war gerade stehen geblieben um an einem sehr alten Baum hinauf zu schauen. Redete da jemand mit ihm?
“Klaus? Hast du das auch gehört?”
“Jo. Hab ich. Die meinen dich.”
“Wer sind DIE?”
“Na die fünf Ameisten um deinen Fuß rum.”
“Oh!”
Pssst schaute nach unten und sah tatsächlich fünf zornig zu ihm hinauf blickende Waldameisen. “Was geht ab Jungs?” brummte er zu ihnen hinunter.
“Nix geht du Tollpatsch! Du stehst auf unserem Ameisenpfad. Und mein bester Kumpel ist genau unter deinem dicken, hässlichen Fuß.”
“Sag nicht dass mein Fuß hässlich ist, sonst…” Pssst begann gerade sich aufzuplustern, da stoppte ihn Klaus.
“Lass mal gut sein Pssst. Geh lieber ein Stück weiter bevor sie anfangen deinen Fuß zu kitzeln. Und der arme kleine Kerl da unter dir – dem gehts bestimmt auch nicht so toll!”
Der Rabe Klaus hatte Recht, überlegte sich Pssst. Ganz vorsichtig hob er seinen linken Fuß. Erleichtert atmeten die Ameisen auf. Schnell kam eine weitere Ameise unter dem Fuß hervor gekrochen.
“Puhh. Bin ich kaputt. Lange hätte ich das nicht mehr ausgehalten. Immer diese blinden Trampel hier im Wald.”
Die kleine Ameise sah noch ganz fertig und platt aus. Pssst tat sie richtig Leid. Leise und vorsichtig ging der Waldeisbär weiter.
“Warte mal Pssst. Sollten wir uns nicht vielleicht entschuldigen?” bemerkte Klaus.
“Hmmm. Du hast wohl Recht. … Hey, Jungs. Tut mir Leid. Ich hoffe, ich hab keinem wirklich weh getan. Aber ihr seid auch echt schlecht zu sehen hier auf dem Waldboden.”
“Naja, schon gut. Ist ja zum Glück nix passiert. Wir kennen das schon. Darum trainieren wir auch jeden Tag. Damit unsere Körper stark und kräftig sind und es aushalten, wenn so ein großer Kloß wie du auf uns drauftritt. Aber schön ist es trotzdem nicht. Also pass in Zukunft vielleicht ein bisschen besser auf, ob du gerade einen Ameisenpfad kreuzt. Wir können nämlich auch ganz anders!” Und die Ameise, die anscheinend der Chef der kleinen Gruppe war, erzählte nun mit stolzgeschwellter Brust, wie sie neulich ein Wildschwein so lange gepiesackt hatten, bis es wutschnaubend davon gerannt war und im Weglaufen geflucht hatte, diesen Teil des Waldes nie wieder zu betreten.
“Was habt ihr denn gemacht mit dem Wildschwein?” wollte Klaus unbedingt wissen.
“Wir haben es fast eine Minunte lang mit unserem Ameisen-Zauber-Saft besprüht. Den trägt jede Ameise bei sich. Ha – das zeugt brennt und juckt. Da wird selbst ein faul auf unserem Ameisenpfad liegendes Wildschwein fast wahnsinnig.” Breit grinste die Ameise zu den beiden hoch.
“Hui. Na dann muss ich ja froh sein, dass ihr das Zeug nicht bei mir ausgepackt habt!” Und erleichtert schlenderten Pssst und der kleine Rabe Klaus weiter. Sie würden heute Abend ihren Eltern viel zu erzählen haben.     

Geschichte Nummer 03/2006_08

Post to Twitter Tweet This Post

Nächste Seite »
Werbe-Empfehlungen

Powered by WordPress ( WordPress Deutschland )